Diese Beschwerden nach einer Massage sind normal
Nach einer Massage dürfen sich die Muskeln anfühlen wie nach einem Training. Die Mayo Clinic, eine große Klinik in den USA, schreibt: Es ist üblich, sich danach entspannt, müde oder sogar wund zu fühlen. Auch Kopfschmerz oder Übelkeit können vorkommen.
Häufiger sind solche Beschwerden nach kräftigem Druck, nach der ersten Massage seit Langem oder bei einer neuen Technik. Bei einer sanften Massage, die Sie schon kennen, treten sie seltener auf. Entscheidend ist, dass sie von Tag zu Tag nachlassen.
- Ein Gefühl wie Muskelkater an den massierten Stellen.
- Einzelne Stellen, die auf Druck wehtun, besonders dort, wo die Muskeln vorher verspannt waren.
- Müdigkeit und der Wunsch, sich hinzulegen.
- Ein leichter Kopfschmerz oder kurzer Schwindel beim Aufstehen.
- Kleine blaue Flecken an Stellen mit kräftigem Druck.
Warum sich Muskeln nach der Massage wie nach Sport anfühlen
Eine Forschungsgruppe aus Kanada hat 2012 an 11 jungen Männern untersucht, was eine Massage im Muskel verändert. Nach einem harten Training bekamen sie 10 Minuten Massage an einem Bein. Vorher, direkt danach und nach zweieinhalb Stunden wurden kleine Proben aus dem Oberschenkel entnommen.
Das Ergebnis: Auf Milchsäure und andere Abbaustoffe hatte die Massage keinen Einfluss. Das widerlegt die Idee, eine Massage presse Abfall aus dem Gewebe. Sie dämpfte aber Stoffe, mit denen der Muskel eine Entzündung steuert. Der Druck selbst ist ein Reiz für den Muskel, ähnlich wie Sport. Die Studie ist klein und gilt nicht für jede Technik.
Wie oft nach einer Massage etwas Ernstes passiert
Die gründlichste Übersicht zur Sicherheit von Massagen stammt von dem britischen Forscher Edzard Ernst. Er hat 2003 alle Berichte über schwere Zwischenfälle gesammelt, die er finden konnte. Es waren 16 Einzelberichte und 4 Fallserien, darunter Schlaganfälle, Nervenschäden und ein Blutgerinnsel in der Lunge.
Sein Fazit: Massage ist nicht völlig ohne Risiko, aber schwere Zwischenfälle sind sehr selten. Sie traten meist bei anderen Techniken als der klassischen Massage auf, oft bei kräftigem Druck oder wenn Laien massiert hatten. Die Mayo Clinic schreibt ebenfalls, dass die meisten ernsten Probleme von zu viel Druck kommen.
Spätere Einzelberichte zeigen dasselbe Bild. 2019 beschrieb eine Fachzeitschrift aus den USA eine Lähmung durch einen Bluterguss am Rückenmark. Ein Freund ohne Ausbildung hatte dem Mann eine Thai-Massage gegeben. 2020 folgte in einer Zeitschrift aus Neuseeland ein Schlaganfall nach einer Massage, ganz ohne Einrenken am Hals. 2025 kam ein ähnlicher Fall nach einer Nackenmassage dazu. Solche Fälle werden einzeln veröffentlicht, gerade weil sie so selten sind.
| Folge | Was dahintersteckt | Beschrieben nach |
|---|---|---|
| Schlaganfall | Die Innenwand einer Ader am Hals reißt ein, ein Gerinnsel wandert ins Gehirn | kräftigem, drehendem oder ruckartigem Druck am Nacken |
| Lähmung durch einen Bluterguss am Rückenmark | Eine Blutung im Wirbelkanal drückt auf die Nerven | einer Thai-Massage durch einen Laien |
| Nervenschaden | Langer Druck schädigt einen Nerv, der dicht unter der Haut liegt | sehr kräftigem oder langem Druck auf eine Stelle |
| Blutgerinnsel in der Lunge | Ein Gerinnsel aus dem Bein löst sich und wandert in die Lunge | kräftiger Beinmassage bei einer unerkannten Thrombose |
Diese Warnzeichen nach einer Massage sind ernst
Nach einer kräftigen Massage an Nacken oder Kopf hilft der FAST-Test der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Die vier Buchstaben stehen für die englischen Wörter für Gesicht, Arme, Sprache und Zeit.
- Gesicht: Hängt beim Lächeln plötzlich ein Mundwinkel herab?
- Arme: Sinkt ein Arm ab, wenn beide nach vorn gestreckt werden?
- Sprache: Klingt die Sprache plötzlich verwaschen, oder lässt sich ein einfacher Satz nicht nachsprechen?
- Zeit: Wählen Sie bei einem Ja sofort den Notruf 112. Jede Minute zählt.
Auch diese Zeichen gehen über eine normale Reaktion hinaus. Ein Schmerz, der über Stunden stärker wird statt schwächer. Taubheit oder Schwäche in einem Arm oder Bein. Eine Wade, die auf einer Seite dick, warm und schmerzhaft wird. Hohes Fieber oder Schüttelfrost, Atemnot oder Schmerzen in der Brust. Und eine Schwellung oder ein blauer Fleck, der sichtbar wächst.
Was Sie bei starken oder anhaltenden Schmerzen tun
Die meisten Beschwerden nach einer Massage brauchen nur Zeit. Wichtig ist die Richtung: Ein Schmerz, der von Tag zu Tag nachlässt, ist normal, auch wenn er am ersten Tag stark war. Bleibt er nach drei Tagen gleich oder wird stärker, lassen Sie ihn ärztlich ansehen.
Haben Sie ein Zeichen aus dem FAST-Test, Atemnot, Schmerzen in der Brust oder eine stark anschwellende Wade?
Wählen Sie sofort den Notruf 112. Warten Sie nicht ab.
Werden Schmerz, Taubheit oder Schwellung nach drei Tagen stärker statt schwächer?
Gehen Sie bald zu Ihrer Hausärztin und erzählen Sie von der Massage.
Das ist eine normale Reaktion. Schonen Sie die Stelle, trinken Sie genug und achten Sie darauf, ob es besser wird.
- Schreiben Sie auf, wann die Massage war, welche Technik es war und wann die Beschwerden begannen.
- Sagen Sie der Praxis Bescheid, wenn Sie stark oder ungewöhnlich reagiert haben. Dann passt sie den Druck beim nächsten Mal an.
- Gehen Sie bei jedem der Warnzeichen zur Ärztin oder in die Notaufnahme, statt abzuwarten.
- Erwähnen Sie beim Arztbesuch die Massage als möglichen Auslöser, auch wenn niemand danach fragt.
So vermeiden Sie Beschwerden bei der nächsten Massage
Vieles lässt sich schon beim Termin verhindern. Sagen Sie deutlich, wenn der Druck wehtut statt nur kräftig zu sein. Eine Massage muss nicht schmerzen, um zu helfen, schreibt die Mayo Clinic. Nennen Sie vorher Blutverdünner, Erkrankungen der Gefäße oder eine frühere Thrombose. Was gegen eine Massage spricht, steht im Ratgeber zu den Kontraindikationen bei Massage.
Wählen Sie bei der ersten Massage oder einer neuen Technik eine kürzere und sanftere Variante. So merken Sie, wie Ihr Körper reagiert. Bei der Thai-Massage mit kräftigem Druck und Dehnung gilt das besonders, mehr dazu im Ratgeber Ist Thai-Massage gefährlich?. Planen Sie nach einer kräftigen Massage keinen anstrengenden Termin direkt danach.
Häufige Fragen
Ist Muskelkater nach einer Massage normal?
Ja, ein Gefühl wie Muskelkater ist nach einer Massage normal, besonders nach kräftigem Druck oder einer neuen Technik. Es sollte von Tag zu Tag nachlassen. Wird es nach drei Tagen stärker, lassen Sie es ärztlich ansehen.
Löst eine Massage Giftstoffe im Körper?
Nein, dafür gibt es keinen Beleg. Eine Studie mit Proben aus dem Muskel fand keinen Einfluss der Massage auf Milchsäure. Sie fand aber eine gedämpfte Entzündung im Muskel. Müdigkeit oder Kopfschmerz danach haben andere Gründe als Giftstoffe.
Wie oft passiert nach einer Massage etwas Ernstes?
Sehr selten. Die gründlichste Übersicht fand 2003 weltweit nur 16 Einzelberichte und 4 Fallserien über schwere Zwischenfälle. Die meisten traten nach kräftigen, ungewöhnlichen Techniken auf oder wenn Laien massiert hatten.
Woran erkenne ich nach einer Nackenmassage einen Schlaganfall?
Ein Schlaganfall zeigt sich an einem plötzlich hängenden Mundwinkel, einem Arm, der absinkt, und an verwaschener Sprache. Wählen Sie dann sofort den Notruf 112. In seltenen Einzelfällen ist nach kräftiger, drehender Nackenmassage eine Ader am Hals eingerissen.
Wann sollte ich nach einer Massage zum Arzt gehen?
Gehen Sie zur Ärztin, wenn Schmerz, Taubheit oder Schwellung nach drei Tagen stärker werden statt schwächer. Auch bei Fieber oder einem blauen Fleck, der wächst, gehören Sie in die Praxis. Bei Atemnot oder Zeichen eines Schlaganfalls wählen Sie den Notruf 112.
Können Schmerzen nach der Massage eine Thrombose sein?
Ja, das ist möglich, wenn eine Wade auf einer Seite schmerzt, dick und warm wird. Eine unerkannte Thrombose spricht gegen jede Massage, weil Druck ein Gerinnsel lösen kann. Gehen Sie bei diesen Zeichen rasch zur Ärztin.
