Die Idee hinter der Fußreflexzonenmassage
Die Fußreflexzonenmassage geht davon aus, dass bestimmte Stellen am Fuß mit Körperteilen oder Organen verbunden sind. Der große Zeh steht dann etwa für den Kopf, der Fußballen für die Lunge. Das deutsche Institut für Qualität im Gesundheitswesen beschreibt die Verbindung als Energiebahnen. Einen Nachweis für diese Bahnen im Körper gibt es nicht.
Die Grundlage legte der amerikanische Arzt William Fitzgerald. Er teilte 1917 den Körper in zehn senkrechte Zonen ein. Die Therapeutin Eunice Ingham zeichnete daraus in den 1930er-Jahren die Fußkarten, die bis heute benutzt werden. Auf ihnen gehört jede Stelle am Fuß zu einem Organ.
So läuft eine Fußreflexzonenmassage ab
Am Anfang fragt die Therapeutin nach Beschwerden, Vorerkrankungen und Medikamenten. Dann sieht sie sich beide Füße an und tastet sie ab. Die Haut bleibt meist trocken oder bekommt nur etwas Puder oder Lotion. So finden Daumen und Fingerknöchel festen Halt.
Vorgespräch und Blick auf die Füße
Die Therapeutin fragt nach Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenten und einer Schwangerschaft. Sie prüft die Füße auf Verletzungen, Hornhaut und Wärme.
Aufwärmen
Kurzes Streichen und Kneten des ganzen Fußes bereitet die Haut vor. Dabei zeigt sich, wo Druck unangenehm ist.
Druck auf die Zonen
Mit Daumen und Fingerknöcheln arbeitet die Therapeutin die Fußkarte ab, meist von den Zehen zur Ferse. An empfindlichen Stellen hält sie kurz inne.
Ruhe zum Schluss
Danach bleiben Sie kurz liegen. Manche Menschen spüren nach der Massage leichten Schwindel.
Studios und Praxen bieten meist 30 oder 60 Minuten an. Auf den Preislisten von Betrieben aus unserem Verzeichnis kosteten 30 Minuten 30 bis 40 Euro, genannt von 6 Betrieben. Für 60 Minuten nannten 4 Betriebe 39 bis 70 Euro. Das ist eine kleine Stichprobe vom September 2026, amtliche Preise gibt es nicht.
Was Studien zur Fußreflexzonenmassage zeigen
Die gründlichste Übersicht stammt von dem britischen Forscher Edzard Ernst. Er hat 2009 18 Studien ausgewertet, von Asthma über Diabetes bis zum Reizdarm. Sein Ergebnis: Für keine dieser Krankheiten gibt es einen überzeugenden Beleg, dass die Fußreflexzonenmassage wirkt.
2011 kam eine neue Auswertung mit 23 Studien zum gleichen Schluss. Einzelne Studien fielen gut aus, etwa zu Diabetes oder Beschwerden vor der Periode. Die sorgfältigeren Studien zeigten aber meist keinen Nutzen. Ein Grund: Jede ruhige Fußmassage kann entspannen, egal ob jemand der Fußkarte folgt.
Die amerikanische Gesundheitsbehörde für ergänzende Medizin fasst den Stand ähnlich zusammen. Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs hatten in einer Studie nach der Massage weniger Atemnot, aber nicht weniger Übelkeit oder Schmerzen. Zum Reizdarm reichen die Studien für keine Aussage.
- Die Fußkarten unterscheiden sich von Schule zu Schule, deshalb fehlt ein einheitlicher Maßstab für Studien.
- Ein Vergleich mit einer Scheinbehandlung ist kaum möglich, denn beide Seiten merken, welche Stellen gedrückt werden.
- Viele Studien haben wenige Teilnehmer und stammen von Fachleuten, die selbst von der Methode überzeugt sind.
- Gute Einzelergebnisse, etwa zu Beschwerden vor der Periode, haben spätere Studien bisher nicht bestätigt.
Warum die Krankenkasse die Fußreflexzonenmassage nicht zahlt
Die Richtlinie der Ärzte und Kassen schließt die Fußreflexzonenmassage ausdrücklich aus. Ihr Nutzen gilt als nicht nachgewiesen. Sie zahlen die Massage deshalb immer selbst, egal wer sie anbietet. Welche 7 Massagen es stattdessen auf Rezept gibt, zeigt der Überblick über die Massagearten.
Wann Sie auf die Fußreflexzonenmassage verzichten
Manche Krankheiten sprechen gegen jede Massage, etwa eine frische Thrombose. Sie stehen im Ratgeber zu den Kontraindikationen bei Massage. Am Fuß kommt etwas dazu: Hier wird mit festem Druck auf einzelne Punkte gearbeitet. Und bei manchen Krankheiten ist der Fuß selbst betroffen.
| Zustand | Warum er zählt |
|---|---|
| Diabetes mit Nervenschäden und wenig Gefühl im Fuß | Druck und kleine Verletzungen spüren Sie schlechter, die Gefahr einer Wunde am Fuß steigt |
| Akuter Gichtanfall am Fuß | Das Gelenk ist schon entzündet, Druck verstärkt den Schmerz |
| Frischer Bruch, Verstauchung oder offene Wunde am Fuß | Die Verletzung braucht Ruhe, keinen Druck |
| Schwere Durchblutungsstörung der Beine | Das Bein ist schon schlecht durchblutet, vorher muss eine Ärztin entscheiden |
| Frische Thrombose im Bein | Druck kann ein Gerinnsel lösen, das in die Lunge wandert |
| Warzen, Fußpilz oder offene Haut | Die Stelle wird aus Gründen der Hygiene ausgelassen |
Haben Sie eine frische Verletzung, eine offene Wunde oder eine frische Thrombose am Bein?
Warten Sie mit der Massage, bis Ihre Ärztin zustimmt.
Haben Sie Diabetes mit Nervenschäden an den Füßen oder eine schwere Durchblutungsstörung der Beine?
Lassen Sie sich vorher von Ihrer Hausärztin oder einer Praxis für medizinische Fußpflege beraten. Druck und kleine Verletzungen spüren Sie am Fuß schlechter.
Sind Sie schwanger?
Sagen Sie es vor Beginn, dann lässt die Therapeutin bestimmte Punkte aus. Fragen Sie im Zweifel vorher Ihre Hebamme oder Ärztin.
Grundsätzlich spricht nichts dagegen. Nennen Sie trotzdem alle Vorerkrankungen und Medikamente, bevor die Massage beginnt.
Woran Sie ein seriöses Angebot erkennen
Ein seriöses Studio bietet die Fußreflexzonenmassage zur Entspannung an, nicht gegen eine Krankheit. Das Gesetz über Werbung für Heilmittel verbietet es, einer Behandlung eine Wirkung zuzuschreiben, die sie nicht hat. Wer mit Heilung wirbt, verrät sich damit.
- Fragen Sie nach der Ausbildung. Üblich ist eine Fortbildung mit dem Zertifikat einer Schule, eine staatliche Prüfung gibt es für diese Methode nicht.
- Achten Sie auf die Wörter. Entspannung und Wohlbefinden sind ehrlich, heilt oder löst Krankheiten ist Werbung ohne Beleg.
- Erwarten Sie vor der ersten Massage Fragen zu Vorerkrankungen, Medikamenten und einer Schwangerschaft.
- Lassen Sie sich den Preis vorher nennen und vergleichen Sie ihn mit einem zweiten Angebot.
- Sprechen Sie bei bekannten Krankheiten zuerst mit Ihrer Ärztin, ob etwas dagegen spricht.
Häufige Fragen
Ist die Fußreflexzonenmassage wissenschaftlich belegt?
Nein, ein überzeugender Beleg fehlt. Eine Übersicht von 2009 über 18 Studien fand für keine Krankheit einen klaren Nutzen. Eine neue Auswertung mit 23 Studien kam 2011 zum gleichen Ergebnis.
Zahlt die Krankenkasse eine Fußreflexzonenmassage?
Nein, die Krankenkasse zahlt keine Fußreflexzonenmassage. Die Richtlinie der Ärzte und Kassen schließt sie ausdrücklich aus, weil ihr Nutzen nicht nachgewiesen ist. Sie zahlen die Massage immer selbst.
Kann eine Fußreflexzonenmassage schaden?
Für gesunde Erwachsene gilt die Fußreflexzonenmassage als harmlos. Vorsicht gilt bei wenig Gefühl im Fuß, etwa durch Nervenschäden bei Diabetes. Dann spüren Sie Druck und kleine Verletzungen schlechter.
Darf ich in der Schwangerschaft eine Fußreflexzonenmassage bekommen?
Ja, viele Praxen massieren auch Schwangere, lassen aber Punkte am Innenknöchel und an der Ferse aus. Diesen Punkten wird nachgesagt, Wehen auszulösen. Eine Cochrane-Übersicht fand dafür keinen sicheren Beleg, aber auch keine Schäden. Fragen Sie im Zweifel Ihre Hebamme.
Warum steht der große Zeh für den Kopf?
Diese Zuordnung stammt aus den Fußkarten von Eunice Ingham aus den 1930er-Jahren. Der oberste Teil des Fußes steht dort für den obersten Teil des Körpers. Eine Verbindung über Nerven, die das stützt, ist nicht nachgewiesen.
Was unterscheidet die Fußreflexzonenmassage von einer normalen Fußmassage?
Eine normale Fußmassage knetet und streicht den ganzen Fuß, damit er besser durchblutet wird und sich lockert. Die Fußreflexzonenmassage drückt einzelne Punkte nach einer festen Karte. Sie soll damit auf andere Körperteile wirken.
