Was hinter dem geschützten Beruf Masseur steht
Ein Gesetz von 1994 regelt zwei Berufe: Masseur und medizinischer Bademeister sowie Physiotherapeut. Wer eine dieser Bezeichnungen führen will, braucht eine Erlaubnis der Behörde. Die gibt es nur nach der vorgeschriebenen Ausbildung mit bestandener Prüfung, wenn die Person zuverlässig und gesund genug für den Beruf ist und gut Deutsch spricht.
Der Weg dorthin ist genau festgelegt. Die Ausbildung dauert 2 Jahre an einer staatlich anerkannten Schule, mit Unterricht in Theorie und Praxis, und endet mit der staatlichen Prüfung. Danach arbeitet man 6 Monate in einer Klinik oder einer anderen medizinischen Einrichtung, längere Pausen als vier Wochen müssen nachgeholt werden. Für den Beginn reicht ein Hauptschulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens einem Jahr.
Wellness-Masseur braucht nur eine Gewerbeanmeldung
Für die Bezeichnung Wellness-Masseur gibt es kein Gesetz. Wer so arbeiten will, meldet beim Gewerbeamt ein Gewerbe an und kann anfangen. Eine bestimmte Ausbildung, eine Prüfung oder eine Mindestzahl an Stunden schreibt niemand vor. Kurse gibt es viele, vom Wochenendkurs bis zum Lehrgang über mehrere Monate, aber keinen staatlichen Maßstab für Dauer oder Inhalt.
Eine Grenze gilt aber auch für Wellness-Masseure. Wer Krankheiten erkennen, heilen oder lindern will, übt Heilkunde aus und braucht dafür eine Erlaubnis als Arzt oder Heilpraktiker. Ein Wellness-Masseur ohne diese Erlaubnis darf also entspannen, aber keine Krankheit behandeln.
Masseur und Physiotherapeut sind geschützt, Wellness-Masseur nicht. Der Masseur lernt 2 Jahre in der Schule und arbeitet danach 6 Monate in der Praxis, der Physiotherapeut lernt 3 Jahre.
| Frage | Masseur und medizinischer Bademeister | Physiotherapeut | Wellness-Masseur |
|---|---|---|---|
| Geschützte Bezeichnung | ja, nur mit Erlaubnis | ja, nur mit Erlaubnis | nein, nur Gewerbeanmeldung |
| Ausbildung | 2 Jahre Schule mit Prüfung, dann 6 Monate Praxis | 3 Jahre Schule mit Prüfung | keine Vorgabe |
| Voraussetzung für die Ausbildung | Hauptschulabschluss oder einjährige Berufsausbildung | Realschulabschluss oder gleichwertig | keine |
| Massage auf Kassenrezept | möglich, wenn die Praxis eine Kassenzulassung hat | möglich, wenn die Praxis eine Kassenzulassung hat | nicht möglich |
| Beihilfe für Beamte | ja | ja | nein |
Warum die Kasse nur bei geschützten Berufen zahlt
Eine Massage auf Rezept zahlt die Kasse nur in einer Praxis mit Kassenzulassung. Die bekommt nur, wer eine Erlaubnis für einen der geschützten Berufe hat, passende Räume nachweist und die Verträge mit den Kassen anerkennt. Zugelassen werden vier Berufe: Masseur und medizinischer Bademeister, Physiotherapeut und die älteren Berufe Masseur und Krankengymnast.
Auch bei der Umsatzsteuer trennt das Recht die beiden Welten. Eine Massage als Heilbehandlung durch einen Masseur und medizinischen Bademeister ist von der Umsatzsteuer befreit, das gilt auch für medizinische Bäder, Unterwassermassagen und Fangopackungen. Auf eine Wellness-Massage fällt dagegen in der Regel Umsatzsteuer an.
- Ohne Kassenzulassung kann eine Praxis keine Massage auf Kassenrezept abrechnen, egal wie gut die Person ausgebildet ist.
- Die Beihilfe des Bundes zahlt nur für Massagen von Physiotherapeuten, Masseuren und medizinischen Bademeistern und Krankengymnasten.
- Für die Lymphdrainage brauchen auch ausgebildete Masseure eine Zusatzausbildung, sonst dürfen sie sie nicht über die Kasse abrechnen.
Vom Masseur zum Physiotherapeuten geht es schneller
Wer als Masseur und medizinischer Bademeister arbeitet, kann die Ausbildung zum Physiotherapeuten verkürzt machen. Sie dauert dann 18 Monate oder in Teilzeit 2.100 Stunden. Mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung sind es nur 12 Monate oder 1.400 Stunden in Teilzeit.
Deshalb arbeiten beide Berufe oft unter einem Dach, und die Grenze verläuft eher zwischen den Behandlungen als zwischen den Menschen. Arbeiten in einer Praxis nur Masseure, braucht sie einen eigenen Bereich, um Wärmepackungen wie Fango vorzubereiten.
Voraussetzungen klären
Für den Beginn reichen ein Hauptschulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens einem Jahr. Dazu kommt die gesundheitliche Eignung.
2 Jahre Ausbildung mit Prüfung
Die Ausbildung an einer staatlich anerkannten Schule mischt Unterricht und Praxis und endet mit der staatlichen Prüfung.
6 Monate Praxis
Danach folgen 6 Monate Arbeit unter Aufsicht in einer Klinik oder einer anderen medizinischen Einrichtung. Erst dann gibt es die Erlaubnis.
Zulassung oder Weiterbildung
Wer selbst mit der Kasse abrechnen will, beantragt die Kassenzulassung. Wer Physiotherapeut werden will, nutzt die verkürzte Ausbildung von 18 oder 12 Monaten.
So prüfen Sie die Ausbildung vor dem Termin
Eine öffentliche Suche nach der Erlaubnis einzelner Masseure gibt es in Deutschland nicht. Die Erlaubnis erteilt die Behörde des Bundeslandes, ein Register wie bei Ärzten gibt es für diesen Beruf nicht. Öffentlich ist nur die Liste der Praxen mit Kassenzulassung, die die Kassen führen. Wie Sie danach eine passende Massage in der Nähe finden, hängt deshalb vor allem an Ihren Fragen.
- Fragen Sie nach der vollständigen Berufsbezeichnung. Masseur und medizinischer Bademeister ist eine andere Antwort als nur Masseur.
- Fragen Sie mit Rezept nach der Kassenzulassung. Ohne sie zahlt die Kasse nicht.
- Fragen Sie bei der Lymphdrainage nach der Zusatzausbildung.
- Achten Sie in der Werbung auf Heilversprechen. Wer ohne Erlaubnis verspricht, Krankheiten zu lindern, überschreitet seine Grenzen.
- Prüfen Sie ohne Rezept, ob Preis und Dauer klar genannt sind, und lassen Sie sich die Massage auf der Quittung benennen.
- Fragen Sie im Zweifel bei einem Berufsverband nach, etwa beim Verband für Physiotherapie, der nach eigenen Angaben auch Masseure vertritt.
Bei Studios, die eine Massageart im Namen tragen, sagt der Name nichts über die Ausbildung. Ein Thai-Massagestudio beschreibt damit, was es anbietet. Die UNESCO hat die Thai-Massage 2019 als Kulturerbe anerkannt, eine deutsche Berufsausbildung ist damit nicht verbunden. Wer die Massageart und eine geprüfte Ausbildung möchte, fragt nach beidem getrennt.
Was weder Masseure noch Wellness-Masseure dürfen
Weder Masseure noch Wellness-Masseure stellen Diagnosen. Bei einer Massage auf Rezept steht die Diagnose schon auf dem Rezept, bevor die Praxis anfängt, und eingetragen hat sie die Ärztin.
Auch während der Behandlung bleibt die Ärztin zuständig. Merkt die Praxis, dass die Massage wohl nicht hilft oder dass Sie ungewöhnlich reagieren, muss sie die Ärztin sofort informieren und die Behandlung unterbrechen. Wie es weitergeht, entscheidet dann die Ärztin.
Häufige Fragen
Ist die Berufsbezeichnung Masseur geschützt?
Ja, die Bezeichnung Masseur und medizinischer Bademeister darf nur führen, wer eine staatliche Erlaubnis hat. Auch die ältere Bezeichnung Masseur ist nur mit einer Erlaubnis nach altem Recht erlaubt. Wer sie unbefugt führt, zahlt bis zu 2.500 Euro Bußgeld. Wellness-Masseur ist dagegen nicht geschützt.
Wie wird man Wellness-Masseurin?
Wellness-Masseurin wird man, indem man beim Gewerbeamt ein Gewerbe anmeldet. Eine staatliche Ausbildung, eine Prüfung oder eine Mindestzahl an Stunden gibt es nicht. Kurse reichen vom Wochenende bis zu mehreren Monaten, einen festen Maßstab für sie gibt es nicht.
Darf ein Wellness-Masseur Beschwerden behandeln?
Nein, eine Krankheit darf ein Wellness-Masseur nicht behandeln. Wer Krankheiten erkennen, heilen oder lindern will, braucht eine Erlaubnis als Arzt oder Heilpraktiker. Eine Massage zur Entspannung ohne Bezug zu einer Krankheit darf er anbieten.
Kann ein Masseur auch Physiotherapeut werden?
Ja, ein Masseur und medizinischer Bademeister kann die Ausbildung zum Physiotherapeuten verkürzt machen. Sie dauert dann 18 Monate, in Teilzeit 2.100 Stunden. Mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung sind es 12 Monate oder 1.400 Stunden.
Woran erkenne ich, ob ein Masseur staatlich geprüft ist?
Ein öffentliches Register einzelner Masseure gibt es nicht, die Erlaubnis erteilt die Behörde des Bundeslandes. Fragen Sie deshalb nach der vollständigen Berufsbezeichnung und mit Rezept nach der Kassenzulassung der Praxis. Die Kassen führen eine öffentliche Liste der zugelassenen Praxen.
Warum kostet eine Wellness-Massage mehr als eine Massage auf Rezept?
Eine Wellness-Massage dauert meist länger, und auf sie fällt in der Regel Umsatzsteuer an. Eine klassische Massage auf Rezept dauert 15 bis 20 Minuten, die Kasse zahlt dafür 21,63 Euro, und als Heilbehandlung ist sie steuerfrei. Über die Ausbildung sagt der Preis nichts.
